Ernst Anton Rousek

Lithograf. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1917    † 1943

 

Herkunft, Beruf, RSB, Unteroffizier bei der deutschen Wehrmacht

Ernst Anton Rousek wurde am 27.10.1917 in Wien geboren. Er arbeitete als Lithograf. Er war Mitglied des republikanischen Schutzbundes und ab 1934 des Wehrsports. Ab Dezember 1938 war er bei der deutschen Wehrmacht. Als Unteroffizier war er am Polenfeldzug beteiligt.

Verbreitung von illegalen Flugblättern, Kontakte zur tschechischen Sektion der illegalen KPÖ

Ernst Anton Rousek war auch beim kommunistischen Jugendverband. Er verbreitete im ­Arsenal (Wien-Landstraße) illegale Flugblätter und verschickte sie an Feldpostnummern. Er hatte Kontakte zur tschechischen Sektion der illegalen KPÖ.

Verhaftung, Todesurteil, Hinrichtung

Am 10. 10. 1941 wurde Ernst Anton Rousek verhaftet und am 6. 11. 1942 zum Tode verurteilt. Am 29.4.1943 wurde er im LG I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Nach seinem Austritt a. d. illegalen marxistischen Wehrsportverband im Jahre 1934 blieb der Angeklagte mit einem gewissen Leopold Kellner, dessen Bekanntschaft er dort gemacht hatte, in Verbindung. Kellner war im illegalen kommunistischen Jugendverband tätig und führte den Angeklagten im Jahre 1936 mit einen Kommunisten mit dem Decknamen ’Willy‘ und dem als tschechischen Terroristen im Jahre 1941 erschossenen Jaroslav Hospodka zusammen. (…) Durch ’Willy‘ lernte der Angeklagte bald nach diesem Treffen den gerichtsbekannten kommunistischen Spitzenfunktionär Rudolf Fischer kennen, der ihm den Auftrag erteilte, die kommunistisch gesinnten Soldaten im Arsenal in Wien zusammenzufassen und zu ihnen die Verbindung aufrecht zu erhalten.“

Gedenkort

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Die Gedenkstätte auf der Gruppe 40, Zentralfriedhof

Weblinks und Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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